Die Universität Zürich, Institut für Archäologie, Fachbereich Prähistorische Archäologie, untersucht in Kooperation mit der L` Association Vallis Triensis sowie der Gemeinde Trient (VS) und mit Bewilligung der Kantonsarchäologie Wallis den frühesten Eisenbergbau des schweizerischen Hochalpengebiets.
Auf bis zu 2000 Höhenmetern wurde oxidisches Eisenerz abgebaut, geschmolzen und ins Tal gebracht. Spuren von Bergbau, dem Eisenschmelzen und den Knappenhäusern der Bergleute sind noch heute ober- und untertägig sichtbar.
Auch wenn mittels historischer Quellen der lokale Bergbau seit dem hohen Mittelalter belegt ist, dauerte es bis ins Jahr 2014, bis dass Stefan Ansermet erste Hinweise auf das Schmelzen vor Ort fand: Zahlreiche Schlackenfunde legten das Schmelzen von Eisen nahe. Ein grosser Pingenzug sowie etliche schwer zugängliche Mundlöcher und eingestürzte Firste zeugen von einer regen Bergbautätigkeit über mehrere Jahrhunderte.
Bei der Erforschung der lokalen Bergbautätigkeit stehen non-invasive Methoden im Fokus: Mittels moderner Luftbildarchäologie und der Geophysik werden die Fundstellen lokalisiert. Klassische archäologische Ausgrabungen bringen die Befunde zum Bergbau und Eisenschmelzen sprichwörtlich zu Tage.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden dendrochronologische Untersuchungen von Holzkohlen. Diese sind Zeugen des Erzschmelzens vor Ort. Sie entstanden in den zahlreich belegten Schmelzöfen und haben die Jahrhunderte überdauert: Der Beginn des hochalpinen Walliser Bergbaus scheint nach 14C-Datierungen bereits deutlich vor den schriftlich überlieferten Zeiten begonnen zu haben!
Die Klärung der Fragen, wie vor Ort Bergbau, Schmelzen und bergmännisches Leben stattfanden, hat im Rahmen des Projekts oberste Priorität. Dabei werden archäologische und naturwissenschaftliche Methoden angewandt, die die historischen Quellen ergänzen und somit zu neuen Erkenntnissen zur Kulturgeschichte des Wallis beitragen.
Die Kosten des Projekts wurden auf 360'000.- CHF geschätzt. Ein Drittel dieses Betrags wird von der Universität Zürich getragen. Der Verein Vallis Triensis beteiligt sich an der Finanzierung und kümmert sich um die Beschaffung der restlichen 240.000.- CHF.
Wir bedanken uns herzlich bei den Institutionen und Verwaltungen, die auf unsere Bitte um Unterstützung positiv reagiert haben:
Gemeinde Trient
Loterie Romande - Walliser Delegation
Ernst Göhner Stiftung
UBS Stiftung für Kultur
Planungsbüro Impact SA und Joël Bochatay Sàrl
Stiftung Léonard Gianadda Mäzenatentum
Stiftung Dr. Ignace Marietan
Wir danken unseren Fotografen: Urs Leuzinger (SISA), Jonas Blum (Luftbilder) und dem gesamten TLT-Team.